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Die Rolle von Histidin und Histamin bei Schuppenflechte

Autorenbild: Dr. Wolfgang Budde
Dr. Wolfgang Budde
29. Juni
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Sept.

Bei der Schuppenflechte handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Diese Krankheit führt zu einer entzündlichen Verhornungsstörung der Haut. Erythematöse Plaques und Schuppenbildung sind typische Symptome. Histamin spielt hierbei eine wichtige Rolle. Unser Körper benötigt Histamin und produziert es aus Histidin. Bei Schuppenflechte liegt jedoch eine Störung vor.


Histamin und Histidin: Ein grundlegender Zusammenhang


Der Zusammenhang zwischen Histidin und Histamin ist fundamental. Histidin entsteht direkt aus Histamin. Man kann sich Histidin als den biologischen "Rohstoff" und Histamin als das fertige "Produkt" vorstellen.


1. Der chemische Ursprung (Die Umwandlung)


Histidin ist eine essentielle Aminosäure. Diese Aminosäure ist ein Baustein von Proteinen. Unser Körper kann Histidin nicht selbst herstellen. Daher muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Histamin ist ein biogenes Amin. Es entsteht im Körper durch einen einzigen chemischen Schritt aus Histidin: die sogenannte Decarboxylierung. Dabei wird eine Säuregruppe abgespalten.


Das verantwortliche Enzym für diesen Prozess heißt Histidindecarboxylase (HDC). Mithilfe von Vitamin B6 wird die Carboxylgruppe (−COOH) vom Histidin abgespalten. Übrig bleibt Histamin.


2. Die unterschiedlichen Rollen im Körper


Obwohl Histidin und Histamin chemisch eng verwandt sind, haben sie völlig unterschiedliche Aufgaben:


  • Histidin:

- Wird für den Aufbau von Proteinen benötigt.

- Unterstützt das Immunsystem.

- Hilft bei der Bildung von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff).

- Schützt die Nervenzellen durch die Bildung der Myelinscheiden (Schutzschicht der Nerven).


  • Histamin:

- Ist ein hocffektiver Botenstoff.

- Steuert allergische Reaktionen.

- Erweitert die Blutgefäße.

- Reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus im Gehirn.

- Kurbel die Produktion von Magensäure an.


3. Die Rolle bei Lebensmitteln und der Histaminintoleranz


Der Zusammenhang zwischen Histidin und Histamin erklärt, warum manche Lebensmittel zu echten "Histaminbomben" werden. Wenn proteinreiche Nahrungsmittel, die von Natur aus viel Histidin enthalten, reifen, lagern oder fermentieren, kommen Bakterien ins Spiel. Viele dieser Bakterien besitzen ebenfalls das Enzym Histidindecarboxylase. Sie bauen das Histidin im Essen ab und verwandeln es in freies Histamin.


Beispiele für diese Kettenreaktion:


| Lebensmittel | Histidin-Quelle | Was passiert bei Lagerung / Reifung? | Ergebnis |

|--------------------|--------------------------------------------------|-----------------------------------------------------|-------------------------------------------------------------------------|

| Frischer Fisch | Sehr hoher natürlicher Histidingehalt im Muskelgewebe. | Wird der Fisch nicht sofort gekühlt, wandeln Bakterien das Histidin rasant um. | Extrem hoher Histamingehalt (Gefahr einer Fischvergiftung / Scombroid-Vergiftung). |

| Käse / Wein / Salami | Milch- und Fleischproteine sind reich an Histidin. | Lange Reifungsprozesse durch Bakterien- oder Hefekulturen. | Hohe Histaminkonzentrationen, die bei Menschen mit Histaminintoleranz Symptome auslösen. |


Zusammenfassend: Ohne die Aminosäure Histidin gäbe es im Körper (und in unserer Nahrung) kein Histamin. Bei einer Histaminintoleranz ist daher nicht das Histidin in frischen Lebensmitteln das Problem, sondern das bereits durch Bakterien umgewandelte Histamin in gereiften Produkten.


Histaminabbau im Körper


Wie wird Histamin im Körper wieder abgebaut? Der Abbau erfolgt hauptsächlich durch das Enzym Diaminoxidase (DAO). Dieses Enzym ist entscheidend für die Regulierung des Histaminspiegels im Körper. Ein Mangel an DAO kann zu erhöhten Histaminwerten führen. Dies kann Symptome wie Kopfschmerzen, Hautausschläge oder Magenbeschwerden verursachen.


Es ist wichtig, die eigene Ernährung zu beobachten. Lebensmittel, die reich an Histidin sind, sollten in Maßen konsumiert werden. Besonders bei einer Histaminintoleranz ist dies von Bedeutung.


Fazit


Die Beziehung zwischen Histidin und Histamin ist komplex. Sie beeinflusst nicht nur die Schuppenflechte, sondern auch viele andere Gesundheitsaspekte. Ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge kann helfen, die eigene Gesundheit zu verbessern.


Wenn Sie mehr über die Rolle von Histamin und Histidin erfahren möchten, zögern Sie nicht, sich weiter zu informieren. Es gibt viele Ressourcen, die Ihnen helfen können, die Zusammenhänge besser zu verstehen.


Möchten Sie tiefer in die biologischen oder ernährungsspezifischen Details einsteigen?

 
 
 

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